Können wir noch eine Nacht hier bleiben, oder sollten wir Ver- und Entsorgen?

Viele Anzeigen in unseren Wohnmobilen sind mehr grobe Schätzung als genaue Angaben. Die Restmenge an Strom in den Batterien werden anhand der Spannung in Volt abgeleitet. In den Tanks befinden sich „Schätz-Stäbchen“, die je nach Anzahl der ins Wasser ragenden Metallstäbe eine 3-4 stufige Grobmessung zulassen. Diese ist abhängig vom Strom, der zwischen den Stäbchen fließt, wenn diese im Wasser stehen.

Schätz-Stäbchen im Tank meines Eura Mobil Profila T 695 EB

Dabei stellt sich oft die Frage, wie viele Liter bei der Anzeige von 0 % oder 25 % noch im Tank sind und wann der Abwassertank wirklich überläuft? Klar, das merkt der erfahrene Camper spätestens an den gurgelnden Pumpengeräuschen oder am Plätschern und dem nassen Fleck unter dem Wohnmobil. Besser als gar nichts sind die „Schätz-Stäbchen“ also allemal.

Mir reicht das nicht! Ich bin ein Nerd und will es genau wissen! Wie viele Liter sind denn wirklich noch im Tank? Reicht das jetzt noch für eine Nacht frei Stehen, oder sollten wir lieber heute schon Ver- und Entsorgen? Bisher habe ich immer die Sitzbank abgebaut und einen prüfenden Blick in den Frischwassertank geworfen. Der Abwassertank ist unter dem Fahrzeug frostsicher verbaut und da geht das nicht, aber der passt von der Kapazität sehr gut zum Frischwassertank und benötigt daher weniger Aufmerksamkeit.

Schönes Plätzchen am Strand – Aber wie lange haben wir noch genügend Wasser an Bord

Liter genaue Anzeige von Tankinhalten mit Comworks SuperSense

Abhilfe für mein oben geschildertes Problem soll ein kleines gerade mal 138 Gramm schweres Gerät aus Oberbayern schaffen. Zum Einbau braucht man nur ein passendes Loch im Tank und 12 Volt zur Energieversorgung. Der Preis für das High-Tech Gerät lässt erst einmal stutzen: 259,00 Euro inkl. MWSt. ist nicht gerade wenig, kostet doch ein Stäbchen-Schätzeisen lediglich knappe 20 Euro. Ist der Preis-Unterschied gerechtfertigt? Das hebe ich mir auf für mein Fazit am Ende. Wir wollen uns erstmal ansehen wie das neue Messgerät eingebaut wird und wie es funktioniert.

Der Einbau

Eines schon mal vorweg. Am meisten Zeit und Arbeit hat in meinem Fall die ordentliche 12-Voltversorgung der SuperSense gemacht. Davon abgesehen, war der Einbau in den Tankdeckel nach 15 Minuten erledigt. Die Idee mit dem Tankdeckel kam von Jürgen Rode. Aber auch der Hersteller schreibt in seiner Online-Einbau-Anleitung: „Für die Montage des Sensors ist eine Öffnung mit ca. 27mm notwendig. Bohren Sie diese oben in den Tank oder in den Tankdeckel.“ Der Tankdeckel hat den Vorteil, das man ihn gegen ein Ersatz-Exemplar ohne Loch austauschen kann. Zum Beispiel, wenn man das Wohnmobil ohne SuperSense verkaufen will. Dann wird einfach der neue Ersatzdeckel eingeschraubt. Ich liebe Lösungen, die sich ohne Spuren wieder zurück bauen lassen.

Was braucht man für den Einbau?

Bei meinem Deckel musste ich für die SuperSense mit dem Dremel die Nase in der Mitte sowie Einkerbungen am Rand einfräsen. Damit kann der Sensor komplett im Deckel versenkt werden. Für das Loch habe ich einen Stufenbohrer und einen Akkuschrauber verwendet.

Der Sensor wird dann von oben in das Loch eingeschraubt / Gedrückt und dann von unten mit der mit gelieferten Dichtung und Kontermutter wasserdicht am Deckel verschraubt. Nun muss noch der Messschlauch an die Tankhöhe angepasst werden. Mein Tank ist 42 Zentimeter hoch und in der Anleitung steht: Verwenden Sie ein Lineal und markieren Sie den Schlauch (Tankhöhe minus 5cm). Deshalb habe ich den Schlauch bei 37 Zentimeter mit einer Schere abgeschnitten. Der abgelängte Schlauch läßt sich am besten leicht erwärmt über das metallene Endstück stecken. Dann wird das gegenüberliegende schwarze Endstück von unten in den Sensor gesteckt. Jetzt den Deckel in den Tank einschrauben und mit 12 Volt Strom versorgen. Dann geht es weiter mit der Kalibrierung.

So sollte der Schlauch im Tank nach dem Einbau aussehen

Erstbefüllung und Kalibrierung

Jetzt wird es spannend. Sobald der Sensor Strom hat, ist er über die Comworks App Supersense auffindbar. Die App bekommt Ihr für Android im Play-Store und iOS im App-Store, einfach SuperSense App oder Comworks eingeben.

Sobald die App herunter geladen ist, öffnen wir sie und verbinden den Sensor über Bluetooth mit dem Gerät. Die App führt Euch genau durch diesen Prozess.

Jetzt stellen wir unser Wohnmobil zur Kalibrierung gerade auf, damit der Tank komplett gefüllt werden kann. Ich habe noch mit einer Gardena Wasseruhr nachgemessen, wie viel Liter dann wirklich im Tank landen. Unserer fasst, wie vom Hersteller angegeben knapp 140 Liter. Um zu verhindern, dass das Wasser über das Überlaufrohr heraus läuft oder einen eventuell nicht dicht schließenden Deckel bei Überdruck in das Wohnmobil läuft, habe ich nur 135 Liter zur Kalibrierung eingefüllt. So kann auch nichts passieren, wenn wir mal beim Befüllen unterwegs schief stehen.

Sobald der Tank voll gefüllt ist, kann der Sensor kalibriert werden. Dazu hat Comworks eine Anleitung auf seiner Homepage eingestellt.

Taster zur Kalibrierung links am SuperSense Gerät Foto: Comworks
  1. Einbau des Füllstandssensors.
  2. Füllen des Tanks zu 100%.
  3. Die Sensoren haben einen Programmierschutz. Dieser dient dazu, versehentliche Neuprogrammierungen zu vermeiden. Eine Programmierung des Sensors ist nur innerhalb der ersten 15 Sekunden nach Stromzufuhr möglich. Für eine Programmierung muss also zunächst der Anschlussstecker abgezogen und dann wieder aufgesteckt werden. Nun steht ein 15-Sekunden-Zeitfenster für die Programmierung zur Verfügung.
  4. Innerhalb dieser 15 Sekunden: Drücken des Tasters am Füllstandssensor für ca. 5 Sek., bis die LED mehrfach, schnell aufblitzt.

Jetzt können wir in der App den Füllstand Liter genau ablesen. Das kann man sehr schön beim Ablassen des Tanks sehen. Es lässt sich auch einstellen, wie viele Liter Wasser pro Minute beim Duschen verbraucht werden. Dann zeigt die App an, wie lange man mit dem vorhandenen Tank-Inhalt noch duschen kann (Bild ganz rechts).

Fernauslesen der Füllstände im Wohnmobil und von überall

Verschiedene Liner-Hersteller verbauen die SuperSense bereits ab Werk oder haben Displays, die den Füllstand anzeigen können. Comworks bietet auch Füllstandsensoren mit Leitungsverbindung zu einem passenden Display und ohne Bluetooth an. Mit der hier vorgestellten Lösung können wir den Füllstand auch „remote“ also von überall in der Welt ablesen. Dazu braucht man ein Gerät im Wohnmobil, das per Bluetooth mit der SuperSense per App verbunden ist und das gleichzeitig Internet-Zugang hat. Wir haben dazu ein kostengünstiges Amazon Tablet mit Android im Einsatz. Das ist über unseren WLAN-Router mit dem Internet verbunden und kann so die Füllstandsdaten an den Comworks-Server senden. In der App könnt Ihr Euch dann einen Link generieren, der Euch in jedem Browser den Füllstand anzeigt.

Ich hab das für Euch einmal eingerichtet:

Meinen aktuellen Füllstand im Frischwasser-Tank könnt Ihr hier einsehen.

Nie mehr ein überlaufender Tank

Habt Ihr schon mal Eueren Frischwassertank Zuhause mit dem Schlauch aufgefüllt und vergessen? Ist mir bei unserem Kastenwagen passiert. Ergebnis war eine Menge Wasser im Wohnmobil. Durch den Druck ist das Wasser am Tankdeckel übergelaufen und hat sich am Boden des Kastenwagens verteilt. Glücklicherweise standen wir mit der Front leicht bergauf, so das das Wasser hinten wieder rauslief. Glaubt mir, das wollt Ihr nicht haben. Das fanden auch die Erfinder der SuperSense und haben in die App eine Funktion zum Befüllen eingebaut. Die funktioniert folgendermaßen. da App und Sensor wissen wie viel Wasser noch im Tank ist und was daher noch rein passt, startet Ihr in der App zu Beginn des Auffüllens die Funktion Befüllen. Die findet Ihr bei der Sensoranzeige unten links mit den drei Punkten. Dort gibt es dann die Funktion Befüllen. Die zeichnet erst einmal auf, wie viel Wasser in einer bestimmen Zeit in den Tank fließt. Dann wird berechnet, wie lange es bei dieser Füllmenge dauert, bis der Tank voll ist. Rechtzeitig davor gibt die App einen Alarm aus, damit Ihr das Befüllen rechtzeitig abstellen könnt. Genial, oder? Hier ein paar Screenshots der App dazu.

Weitere sinnvolle Einstellungen

Noch ein paar Vorteile der aus meiner Sicht sehr durchdachten App.

  1. Restmengen Anzeige für Abwassertanks
  2. Bildschirm dauerhaft an (Tablet als Borddisplay)
  3. Sensorspezifische Anzeigen für Gas, Schwarzwasser oder Grauwasser

Bezugsquelle und weitere Sensoren von Comworks

Alle SuperSense Sensoren bekommt Ihr im Online-Shop von Comworks * oder Ihr könnt euch die auch bei den dort aufgeführten Händlern direkt einbauen lassen.

Online Shop Comworks *

Mein Fazit

Zugegeben knapp 260 Euro für ein Füllstandsmessgerät ist nicht eben wenig. Aber aus meiner Sicht lohnt sich die Investition. Jetzt kann ich genau sehen wie viel Frischwasser wir noch im Tank haben. Der Zusatznutzen wie, Warnung bei Tankbefüllung und Fernauslesen kommen hinzu. Zudem ist das Messergebnis sehr genau, es basiert auf dem Staudruck im Messschlauch. Der Hersteller bietet nicht nur für Flüssigtanks Messeinrichtungen an. Man kann nahezu alle Zustände eines Wohnmobils mit den Sensoren von Comworks messen. Egal ob Reifendruck, Gastankfüllung oder Gasflaschen aller Art und das alles über eine einzige App.
Ich habe den Hersteller gefragt wie es sich bei Aufenthalten im Gebirge verhält. Er hat mir versichert, das auch dort die Messung sehr genau ist. Man soll beim Einbau aber darauf achten, dass der Messschlauch nicht direkt neben der Pumpe liegt, dadurch könnte sich bei Wasserentnahme kurzzeitig die Messung verändern. Auch bei der Kalibrierung sollte der Tank nicht bis in den Einfüllstutzen gefüllt werden, da der Staudruck der höchsten Wassersäule gemessen wird. Bei Tanks, die sich bei Füllung noch ausdehnen, verändert sich die Messung natürlich auch durch die Ausdehnung.

Insgesamt ist das eine runde Sache. Hoffentlich können wir bald wieder mit dem Wohnmobil fahren und die genaue Tankanzeige ausgiebig nutzen.

*Dieser Blogpost enthält Affiliate Links zu darin beschriebenen Produkten, die ich alle selbst gekauft und im Einsatz habe.

Spielerei für Nerds, oder sinnvolles Equipment für das Wohnmobil? Was meint Ihr? Schreibt es uns in die Kommentare.

Warum hat unser Wohnmobil auf Fiat Ducato Basis einen Rückspiegel, obwohl darin nur die geschlossene Rückwand zu sehen ist? Selbst die Remis Verdunklung hat eine extra Aussparung für den Spiegel. Bei unserem neuen Wohnmobil hat mich dabei am meisten genervt, dass ich ständig in einen vorhandenen Rückspiegel schaue, um dann nichts verkehrswichtiges zu sehen.

Im Rückspiegel sieht man nichts außer der Rückwand hinten im Wohnmobil

Aber für jedes Problem gibt es eine Lösung. Weder Kameras, noch Bildschirme kosten heute noch ein Vermögen. Das größte Problem beim Einbau ist die Verlegung der ganzen Kabel. Ein Kabel für den Anschluß der Kamera von ganz vorne bis an das Heck des Fahrzeugs, der Stromversorgung und der beigefügten GPS-Maus. Wir haben uns 2019 für diese Rückspiegel / Monitor Kombination entschieden.

Rückfahrkamera als Spiegeldisplay
Rückfahrkamera als Spiegeldisplay

Problem bei solchen Kameras für Fahrzeuge ist, dass das Anschlusskabel meist für PKW ausgelegt ist und mit sechs Meter nicht einmal die Gesamtlänge unserer Wohnmobile abdeckt. Das bedeutet, man braucht eine Verlängerung. Der Vorteil bei der oben gezeigten Lösung ist, dass die Verbindung von der Kamera zum Spiegel / Bildschirm ein Klinkenstecker ist. Aber Vorsicht, es handelt sich dabei um einen 4-poligen 2,5 mm Klinkenstecker. Dazu haben wir Gott sei Dank die passenden Verlängerungen gefunden.

Klinkenstecker Verlängerung 4-polig bis zu 5 Meter Länge (Affiliate Link)
Keine Angst vor dem Einbau beim Zenec sind die Anschlüsse für die Kameras vorhanden und gut beschriftet

Als Rückspiegel funktioniert es einwandfrei, außer bei Regen kann es vorkommen, dass es eine schlechte Sicht nach hinten gibt. Die Dashcam Funktion haben wir bisher noch nicht gebraucht und sind froh darum. Denn wenn nichts passiert ist uns das lieber. Als uns der Engländer mit seinem Van auf Rügen den linken Außenspiegel abgefahren hat, hatten wir die Dashcam leider noch nicht.

Der Einbau ging relativ einfach von statten und wenn man das rote Kabel an der hinteren Kamera einfach isoliert, dann kann man den „virtuellen“ Rückspiegel permanent nutzen. Beim Rückwärtsfahren habe ich dann beide Kameras im Blick. Die Dashcam zeigt mir den Überblick im Rückspiegel und die fest eingebaute den Raum direkt unten hinter dem Fahrzeug. Zusätzlich wird über den GPS-Empfänger die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt. Zusammen eine perfekte Lösung.

Alles im Blick virtueller Rückspiegel und Rückfahrkamera mit Ton

Wer die Kamera bei Amazon ansehen will, hier der (Afilliate) Link dahin: –> Link

Gerade auf der Autobahn hat sich der extreme Weitwinkel der Heck-Kamera bewährt. Ich sehe damit im Rückspiegel überholende Fahrzeuge, bis sie im linken Außenspiegel auftauchen. Ein weiterer Vorteil des virtuellen Rückspiegels ist, dass er permanent an und einsehbar ist. Alle anderen in meinem Eura Mobil eingebauten Kameras, wie die am Grauwasserablass und die für den rechten toten Winkel sehe ich nur, wenn ich sie direkt am Navigationsgerät einschalte. Dann ist aber die Navigation und oder der Radiosender nicht mehr sichtbar.

Kamera Beifahrerseite Toter Winkel
Kamera am Grauwasserauslauf

Was haltet Ihr von der Idee mit dem virtuellen Rückspiegel? Schreibt es mir in die Kommentare.

Grüße aus dem verschneiten Bayern, Euer Hannes Schleeh.

*Dieser Artikel enthält Affiliate Links / Werbelinks zu verschiedenen Produkten.
Wenn ihr z.B. über einen Amazon Link Produkte bestellt, bekommen wir ca. 1%-2% des Wertes, ohne dass ihr dafür mehr für das Produkt bezahlen müsst.

Wohnmobil-Hacks
Mein drittes fahrendes Haus von 1999 bis 2002 – Bürstner A 532 Junior

Ich fahre seit über 30 Jahren ein Wohnmobil. Vom selbstausgebauten Studenten-Van über einen Integrierten, zwei Alkoven einem weiteren Van und inzwischen einem Teilintegrierten konnte ich schon einige Aufbauformen selbst fahren. Selbst ein Wohnwagen war mal dazwischen. Der Teilintegrierte, den wir heute fahren ist unser erstes Fabrik-neues Fahrzeug. Ich habe mich deshalb noch intensiver mit der Wohnmobiltechnik beschäftigt. Ich möchte genauer wissen und verstehen, was da alles in so einem modernen fahrenden Haus abläuft. Auf der anderen Seite hört und sieht man sehr viele Horror Storys von verpfuschten Einbauten und schlechten Reparaturen, dass man es lieber gleich selber machen möchte. Nach dem Motto an mein Mammut, ja so nennen wir unseren Teilintegierten liebevoll, lasse ich nur Wasser und meine Hände.

Unser „Mammut“, ein Eura Mobil Profila T 695 EB im Juli 2019 bei der Übergabe durch den Händler an uns

Was mir dabei in der Vergangenheit sehr viel geholfen hat, ist der Austausch mit anderen „Wohnmobilverrückten“. Egal ob in Foren, oder in Facebook-Gruppen oder auf den Seiten anderer Blogger. Viele teilen ihr Wissen gerne mit anderen. Davon möchte ich der Gemeinschaft der Camper etwas zurück geben. Inzwischen bin ich als Gast-Blogger auf der Seite womo.blog von Jürgen Rode unterwegs und möchte demnächst auf der neuen Social Media Plattform Clubhouse einen Wohnmobil Club aufmachen. Mitstreiter herzlich willkommen.

Aber jetzt zu der neuen Serie. Gerade für Neulinge gibt es bei der ersten Fahrt mit einem Wohnmobil viele Fallen. Egal ob gemietet neu oder gebraucht gekauft, die Einweisung hat zwar statt gefunden, war aber zu schnell, zu viel oder unvollständig. Dann steht man da irgendwo und etwas funktioniert nicht wie es soll, oder es ist wirklich etwas defekt. Da sollen meine geplanten Hilfe-Videos unterstützen. Sehr kurz und knapp möchte ich etwas erklären, wie was im Wohnmobil funktioniert. Kleine Ideen und Kniffe, die man umsetzen kann, um sich das Leben im fahrenden Haus einfacher zu gestalten. Zwei dieser „Hacks“ will ich Euch heute vorstellen. Gerne mache ich weitere Hacks nach Eueren Wünschen. Schreibt mir in die Kommentare was Ihr an Wohnmobil-Technik erklärt haben wollt. Wenn ich es nicht weiß mache ich mich schlau und liefere dann. Also haut in die Tasten!

Wohnmobil-Hack No. 1 – Knebelschlösser am Wohnmobil richtig öffnen

Wohnmobil-Hack No. 2 – Kühlschrank Schimmel vermeiden – Lüftungsstellung

Kleine Ideen, die uns das Leben im Wohnmobil erleichtern. Das sollen die Wohnmobil-Hacks sein. Gerne auch Ideen von Euch. Wenn Ihr einen eigenen Hack habt, dann her damit. Ich nenne natürlich gerne den „Erfinder“. Unser zweiter Hack bezieht sich auf den Kühlschrank im Wohnmobil. Wenn das Mobil ungenutzt steht, ist es wichtig, den Kühlschrank nicht luftdicht zu schließen. Gerade durch Kondenswasser kann sich im ungelüfteten abgeschalteten Kühlschrank Schimmel bilden oder ein übler Geruch. Die meisten Kühlschränke in Wohnmobilen haben daher eine Möglichkeit die Türen am dichten Abschluss zu hindern. In unserem Wohnmobil-Hack zeige ich Euch das bei unserem Dometic RML 93er Serie. Solltet Ihr eine anderes Modell haben hilft oft ein Blick in die Bedienungsanleitung um heraus zu finden, wie es bei Euerem Modell geht. Es gibt auf Thingiverse auch 3D-Drucke um den Kühlschrank offen zu halten. Wer mehr über 3D-Druck erfahren möchte, kann es hier nachlesen.

Wie findet Ihr die Idee zu den Wohnmobil-Hacks? Habt Ihr Ideen für mich, dann schreibt es mir in die Kommentare.

Heckgarage aufgeräumt
Wenn es in Deiner Garage so aussieht, dann musst Du diesen Artikel lesen

Raum für alles mögliche?

Die Wohnmobil Garage – viel Raum für alles, was man beim Camping Urlaub dabei haben will. Fahrräder, Grill, Tisch und Stühle oder Sportgeräte bis hin zum Kleinwagen passen je nach Größe und Tragfähigkeit in den Raum, den viele Wohnmobile im Heck haben. Wir beschränken uns in diesem Artikel auf „normal“ große Wohnmobil Garagen, die in der Größe bis zu 4.000 Liter Volumen reichen. Da passen noch Fahrräder und Mopeds, aber keine Autos rein.

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Sicherungshalter-12-Volt-für-Wohnmobil-stapelbar

Für was braucht man 3D Druck im Camper?

Inzwischen ist der 3D-Druck so günstig geworden, dass man mit genügend Interesse und etwas technischem Verständnis nützliche Dinge zu Hause selbst drucken kann. Besonders sinnvoll ist es für uns Wohnmobil-Nutzer, denn in so einem fahrenden Haus ist alles auf Leichtbau ausgelegt. Deshalb geht schon mal das ein oder andere wichtige Teil kaputt, vor allem bei älteren Fahrzeugen. Denn mit den Jahren verflüchtigen sich die Weichmacher aus dem Kunststoff. Dadurch wird er spröde und bricht. Aber auch bei neuen Wohnmobilen kann man mit selbst gedruckten und damit leichten Plastikteilen besondere Einbauten machen oder Probleme lösen.

Um Ersatzteile selbst zu Hause ausdrucken zu können, braucht man nicht nur einen 3D Drucker, sondern auch noch Rollen mit Kunststoff, das sogenannte Filament. Dazu noch eine für den Drucker passende druckfähige Datei. Einen 3D-Drucker bekommt man heute bereits ab 200 Euro. Wir haben uns einen Ender 3 Pro beim großen Fluß besorgt, dort bekommt man auch gleich das passende Filament in verschiedenenFarben dazu.

3D Drucker Ender 3 Pro

Eine Rolle Filament kostet rund 20 Euro und ist allen möglichen Farben zu bekommen.

Verschiedene Rollen Filament – Futter für den 3D-Drucker

3D-Druck

3D-Druck ist ein additives Fertigungsverfahren. Meist wird dabei Kunststoffdraht erhitzt. Der geschmolzene Kunststoff wird dann Schicht für Schicht auf eine sich in der Höhe verstellbaren Platte verteilt. Dadurch wird eine dreidimensionale Konstruktion möglich. Bei überhängenden Teilen werden diese auf eine Stützstruktur gedruckt, die sich hinterher entfernen lässt.

Jetzt fehlt nur noch die Druckdatei. Die kann man sich mühsam selbst erstellen, indem man ein CAD-Programm nutzt und sich den Gegenstand selbst konstruiert. Wie das geht, könnt Ihr in dem Video von Clemens sehen. Er fährt auch Wohnmobil und zeigt in diesem Video, wie man sich benötigte Dateien selbst erstellen kann.

Eine weitere Möglichkeit ist ein 3D-Scanner, mit dem man ein noch vorhandenes Original abscannt und somit einen digitalen Zwilling erstellt. Das ist ziemlich aufwändig. In dem kleinen Video unten könnt Ihr sehen wie man das bei einer sehr komplexen Figur macht.

3D-Scan in Action

Aber es geht auch ohne speziellen 3D-Scanner, wie man in dem Youtube-Video unten sehen kann. Man muss aber dafür sehr viele Fotos vom zu kopierenden Objekt machen und die dann noch ins Internet hochladen.

Da die meisten Menschen, genau wie ich selbst die obigen Methoden nicht beherrschen, oder einfach die Zeit dafür nicht haben, gibt es noch eine dritte Möglichkeit – Thingiverse.com. Thingiverse ist eine Internetseite mit Druck-Dateien zum Herunterladen. Auf dieser Webseite stellen versierte und sehr nette Menschen ihre 3D-Druckdateien kostenlos zum Download zur Verfügung. Man muss also nicht selbst konstruieren, sondern nur eine passende Datei finden und diese nach dem Download für den eigenen Drucker aufbereiten.

Thingiverse.com -hier findet man Dateien für den 3D-Drucker

Wie auf fast allen Seiten im internet kann man auch auf Thingiverse.com Suchbegriffe einfügen. Da inzwischen auch viele deutsche Teilnehmer Dateien dort einstellen, finden sich unter dem Suchbegriff „Wohnmobil“ bereits einige Dateien. Alternativ führen die Begriffe „RV“ und „Camping“ zu weiteren interessanten Ergebnissen. Man kann den edlen Datei-Spendern als Gegenleistung über die Plattform per Paypal etwas dafür bezahlen um sie bei Laune zu halten. Dazu einfach auf „Tip Designer“ klicken. Mit der geladenen Datei kann man nun leider noch nicht an den eigenen 3D-Drucker gehen. Diese muss erst mit einer Software wie Cura für den 3D-Drucker aufbereitet werden. Die Profis sprechen von „Slicen“.

Das Programm Cura gibt es kostenlos im Netz unter: https://ultimaker.com/de/software/ultimaker-cura Mit dieser Software lassen sich Druckdateien für fast alle gängigen Drucker erstellen.

Thingiverse Datei in Ultimaker Cura fertig platziert und zum Slicen bereit

Die fertige Datei speichert man im Falle unseres Ender 3 Pro auf einer Micro SD Karte, die man dann in den 3D-Drucker einschiebt und ausdrucken kann. In dem Screenshot oben sind spezielle Verlängerungen zu sehen, die man dazu benötigt, um nach dem Einbau einer der Remis-Verdunkelung im Ducato Fahrerhaus die Sonnenblenden auch weiter seitlich nutzen zu können. Die Teile kosten bei Camping-Wagner 35,90 Euro.

Wer sich die selbst drucken will, einfach oben auf das Bild klicken, runter laden und den Tip für den Designer nicht vergessen.

So, nun aber los. Was hält Euch jetzt noch davon ab sinnvolle Teile für Euer Wohnmobil zu drucken? Ich spare mir inzwischen die Sicherungshalter, die bei Amazon zwar nur knapp 4 Euro kosten, aber die selbst gedruckten sind kleiner, leichter und besser anzuschließen.

Sicherungshalter aus dem 3D-Drucker

Ein weiterer Vorteil an diesem genialen 3D-Druckwerk ist, dass man mehrere nebeneinander stapeln kann. Hier die Datei auf Thingiveres.com. (Einfach auf das Bild klicken)

Sicherungshalter-12-Volt-für-Wohnmobil-stapelbar
Sicherungshalter-12-Volt-für-Wohnmobil-stapelbar

Auch eine sehr schöne Lösung für den Wein- oder Bierkeller in unserem Eura-Mobil sind diese Flaschenhalter.

Flaschenhalter aus dem 3D-Drucker

So, wer jetzt gar keine Lust auf einen 3D-Drucker und das ganze Gerödel damit hat, auch für Euch habe ich eine Möglichkeit Teile mit 3D-Druck anfertigen zu lassen. Ihr könnt die Datei einem Unternehmen zusenden, das für Euch das Ausdrucken übernimmt. Ich habe das beispielsweise beruflich mit dem Wappentier der Stadt Ingolstadt in dem 3D-Scan Video oben gemacht. Passende 3D-Druckereien findet man bei Google. Viel Spass beim Ausprobieren von additiven Fertigungsverfahren für unser tolles Hobby.

Habt Ihr schon selbst etwas für Euer Wohnmobil ausgedruckt, oder eine interessante MacGyver Idee für uns Wohnmobilisten gefunden? Schreibt es mir in die Kommentare.

*Dieser Blogpost enthält Amazon Affiliate Links zu darin beschriebenen Produkten, die ich alle selbst gekauft und im Einsatz habe.

Sehr schöne fünf Sterne Hotelanlage

Wir sind Wohnmobil Camper und deshalb bitte diese Grundeinstellung beim Lesen mit berücksichtigen!

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