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Shanghai im Dezember 2018. China baut voll auf Elektromobilität. Neue Marken schießen wie Pilze aus dem Boden, aber auch bereits bestehende chinesische Fahrzeughersteller produzieren schon Elektroautos in allen Größen und Formen. Auf meiner letzten Chinareise im Rahmen des 2. Deutsch-Chinesischen Automobilkongress, konnten wir uns einen guten Überblick über die chinesische Elektromobilität verschaffen.

Fast 50 neue Marken im Bereich Elektrofahrzeuge wurden in China angemeldet

Die chinesische Regierung unterstützt die Elektromobilität massiv. Nicht nur steuerliche Vorteile und Bevorzugung bei der Zulassung in Großstädten, sondern auch massive Investitionen in neue Hersteller und Konzepte. Einige davon konnten wir uns in China ansehen.

Byton in Nanjing

Auf dem Weg in die heiligen Hallen von Byton in Nanjing
Da steht das gute Stück – Byton M-Byte in Jägergrün
Heckansicht des M-Byte
Auch im Lenkrad ist ein Touchscreen eingebaut
Monsterscreen im M-Byte
Mal selbst am Steuer des Byton – Der Autor Hannes Schleeh
Die hinteren Sitze im Byton M-Byte
Das Cockpit des M-Byte
Arbeitsplätze im Byton Gebäude
Techtalk im M-Byte

Byton ist eines der interessantesten Elektromobilitäts Startups in China. Besteht doch ein großer Teil der Führungsriege aus dem ehemaligen BMW i Team aus München. Auch der Ansatz, aus dem Automobil ein Smart Device zu machen gefällt mir sehr gut und geht über den Anspruch von Tesla hinaus. Ob ein riesiger Screen im Amaturenbrett nicht doch zu sehr vom Fahren ablenkt und wie der sich beim Crash verhält, müssen die Byton Ingenieure noch zeigen. Das Fahrzeug wie ein Smartphone zu sehen und darauf Apps laufen zu lassen, diese Idee hatten wir im Bloggercamp.tv bereits im Jahr 2012.

BAIC in Changzhou

Auf unserer Automotive Tour durch China haben wir auch Einblicke in die Produktion nehmen können. Im Werk von BAIC in Changzhou war um 16:30 Uhr nicht mehr viel los. Die dort produzierten Elektrofahrzeuge hatten nur eine Farbe. Die Produktionsstrasse sah sehr neu aus.

Star Charge in Changzhou

Am interessantesten war die Firma Star Charge. Diese stellt nicht nur Ladesäulen für Elektrofahrzeuge her, sondern betreibt diese über ganz China hinweg. Besonders beeindruckend war die Steuerungszentrale. Dort werden alle Daten gesammelt, ausgewertet und dann passende Massnahmen unternommen, um das Ladenetz bestmöglich zu bestücken und auszulasten. Über eine App können die Nutzer von E-Autos genau sehen wo die nächste Ladesäule ist und ob dort Ladesäulen frei sind. Die App regelt dann im Extremfall, dass eilige Nutzer vorgezogen werden und 15 Minuten Schnellladen können. Kaputte Ladesäulen werden umgehend an die Zentrale gemeldet und sehr schnell wieder instand gesetzt.

JMEV in Nanchang

Der nächste Produzent von Elektrofahrzeugen wartete in der Nanchang auf uns. JMEV produziert dort mehrere Fahrzeugtypen mit Batterie und Elektromotor für den chinesischen Markt. Was uns aufgefallen war, ist der Unterschied in der körperlichen Tätigkeit der Arbeiter am Band. Im Ingolstädter Audi Werk werden alle Gegenstände über 10 Kilo von Maschinen angereicht, der Boden des Förderbandes ist aus Holz. Die Arbeiter in China stehen auf dem blanken Eisenboden und müssen steile Treppen zum über ihnen hängenden Fahrzeug hoch rennen. Bei den chinesischen Arbeitern geht sicher keiner mehr nach Feierabend in das Fitnessstudio, im Gegensatz zu den Ingolstädter Arbeitern.

Human Horizon in Shanghai

Unsere letzte Station war Shanghai. Dort hat uns am Sonntag das komplette Management der Elektromobilitätsmarke Human Horizon zum Mittagessen und anschließender Präsentation in deren Headquarter empfangen. Die Fahrzeuge durften wir nicht fotografieren. Man hat unsere Smartphones in Folie eingeschweißt. Im Showroom standen die beiden Prototypen. Der eine mit riesigen Lufteinlässen und drei Sitzen, vorne zwei und hinten einer. Das Lenkrad kann von links nach rechts und sogar auf den hinteren Sitzplatz verschoben werden. Das andere Fahrzeug sah weniger futuristisch und damit mehr praxistauglich aus. 

Human Horizon möchte mehr als ein Fahrzeughersteller sein. Sie arbeiten an der Integration der Strasse in ihr System. So wollen sie Lidar nicht am Fahrzeug sondern in die Strasse integrieren. Letztendlich sprechen die Macher von Human Horizon von Smart City.

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Über den Autor

Hannes Schleeh, Jahrgang 1962, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, lebt in Aresing Oberbayern. Schon in den 90er Jahren erkannte er die Relevanz der Internets. Seine Expertise liegt bei der digitalen Transformation von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Er verfügt über ein weit verzweigtes Netzwerk und hat sich als Medien-Experte für Livestreaming-Formate im Internet profiliert. Seit Oktober 2014 leitet er die Existenzgründerzentrum Ingolstadt GmbH und hat dort 2015 das China Zentrum Bayern aufgebaut. Im China Zentrum Bayern werden chinesische Startups und Unternehmer aus dem Reich der Mitte optimal betreut, um einen erfolgreichen und sicheren Start in Bayern zu gewährleisten.

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