Autonome Autos sehen noch zu schlecht!


By Steve Jurvetson (originally posted to Flickr as Hands-free Driving) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Hands-free Driving

Warum hat das Uberfahrzeug in Tempe die Frau nachts nicht erkannt und gebremst? Damit beschäftigen sich inzwischen alle Spezialisten für autonomes Fahren. Sehr lesenswert sind die Beiträge von Mario Herger, der im Silicon Valley lebt und regelmäßig über Autonomes Fahren von dort berichtet.

Noch ist die genaue Ursache des ersten tödlichen Unfalls mit einem selbstfahrenden Uber nicht bekannt, aufgrund der bisher vorliegenden Details könnte aber ein Problem herauskristallisieren. Die Klassifizierung von Objekten. Autonome Autos erhalten von ihren Sensoren, die sich zumeist aus Kameras, Radar, Ultraschall und Lidars zusammensetzen, eine Unmenge an Informationen. Zwischen ein und vier Terabyte an […]

Auch Robert Basic, ein für mich ein ausgemachter Automotive Experte, hat seine Meinung dazu auf Facebook gepostet:

Zwischenzeitlich ist auch ein Video der Polizei in Tempe aufgetaucht, das sowohl die Kameraperspektive auf die Strasse, als auch den hilflosen Sicherheitsfahrer zeigt.

Ein Einwohner von Tempe hat ein (sehr verwackeltes) Video von der Unfallstelle gemacht. Seiner Meinung nach war es dort wesentlich heller.

In einem Artikel auf arstechnica.com wird Uber’s agressive Anwendung der Technologie als möglicher Grund für diesen und andere Unfälle angenommen:

Shortly afterward, Uber left the state of California in the midst of rising tensions with California regulators. The company moved its testing operations to Arizona, which is known for having one of the country’s most permissive testing regimes.

Damit hat Uber, wenn es denn stimmen sollte, allen Firmen bei der Einführung des Autonomen Fahrens einen Bärendienst erwiesen.

Experten vermuten inzwischen sogar, das Uber das LIDAR bei dieser Fahrt komplett abgeschaltet hatte. Mario Herger schreibt in einem späteren Blogpost dazu:

Auch ist es für Experten erstaunlich, dass die Sensoren die Frau nicht erfassten und eine Bremsung einleiteten. Laut Insiderberichten war das Lidar abgeschaltet um eine reine Kameraerkennung zu testen. Und diese Tatsache alleine ist erschreckend. Das Lidar nicht mal als Backup-System bei den Tests zu haben, um doch noch eingreifen zu können, fordert solch einen Unfall geradezu heraus.

Die Ermittlungen der Polizei in Tempe werden hoffentlich bald Licht in diesen Unfall bringen. Sollte sich herausstellen, dass Uber grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat um schneller seine „teueren“ Fahrer zu ersetzen, sollte man diesem Unternehmen zukünftig keine Lizenzen mehr für autonomes Fahren erteilen.

Bei diesem Thema muss ganz besonders darauf geachtet werden, dass nicht Menschenleben oder Existenzen fahrlässig dem technischen Fortschritt geopfert werden. Neue Technologien werden von der Mehrheit der Bevölkerung nur geduldet, wenn diese keine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Für Technologie-Skeptiker sind Fälle wie dieser Unfalltod ein gefundenes Fressen um den weiteren Fortschritt aufzuhalten oder auszubremsen.

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