Löst der Elektromotor den Verbrenner ab?

Vorstellung_Der_neue_Nissan_Leaf_2017
Nissan fuses pioneering electric innovation and ProPILOT technology to create the new Nissan LEAF: the most advanced electric vehicle for the masses

Morgen werde ich nach Teneriffa fliegen, um den neuen Nissan Leaf 2.0 Probe zu fahren. Der neue Leaf 2.0 ist ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug, in der zweiten Generation. Laut Wikipedia wurde der erste Nissan Leaf bereits im August 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf den Markt kam er dann 2010. Das bedeutet Nissan verfügt schon über fast eine Dekade an Erfahrung mit der Produktion und der Wartung von vollelektrischen Fahrzeugen. Das müssen andere Hersteller, außer Tesla, erst noch nachholen.

Technische Daten Nissan Leaf ab 2010

Nissan Leaf – Frontansicht, 28. April 2012, Düsseldorf

Technische Daten Leaf 1
Bitte auf das Bild klicken für die Anzeige der technischen Daten als PDF
Technische Daten Leaf 1.png
Gib eine Beschriftung ein

Technische Daten Nissan Leaf 2 ab 2018

Nissan LEAF G (ZAA-ZE1)

Bildschirmfoto 2018-01-28 um 14.44.49.png
Bitte auf das Bild klicken um die Technischen Daten als PDF aufzurufen

Wenn man Fachleute fragt, bekommt man zum Thema Elektromobilität sehr unterschiedliche Aussagen. Ein Bekannter von mir ist Professor an der Technischen Hochschule Ingolstadt und hält gar nichts vom Elektroantrieb. Kein Wunder, liegt doch seine Expertise eher im Bereich Wasserstoff-Antrieb. Der lässt sich auch leichter in heutige Fahrzeugkonzepte einbauen.

BMW Hydrogen 7 at TED 2007

Aber ist der Elektromotor dem Verbrenner wirklich überlegen? Dazu habe ich auf YouTube diesen Vortrag von Kurt Wallerstorfer gefunden.

Vorteile des Elektroantriebs – CO2, geringe Komplexität, Haltbarkeit?

Unbestritten ist, dass der Elektroantrieb über viel weniger Bauteile verfügt als ein Verbrenner. Getriebe, Vergaser, Auspuffanlage und viele andere Teile sind unnötig. Fördert das auch die Langlebigkeit? Was nicht geschmiert werden muss, verschleißt auch nicht. Beim neuen Nissan Leaf 2.0 braucht man fast keine Bremse, da der Elektromotor bei Nichtbeschleunigung bremst und idealerweise rekuperiert. Ist der Elektroantrieb damit auch sparsamer, bzw. CO2 neutraler als ein Verbrenner?

Es kommt darauf an, wo der Strom her kommt. Wenn der Strom komplett aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde, dann ist das der Fall. Auch hier ist eines sicher. Verbrennungsmotoren können nie CO2 neutral mit Benzin oder Diesel betrieben werden, der Elektroantrieb schon.

Aber was ist mit den Akkus? Wie lange halten die?

Auf der Seite ingenieur.de findet sich folgende Aussage:

Die Lebensdauer der in Elektroautos verbauten Akkus ist begrenzt. Experten gehen davon aus, dass Lithium-Ionen-Batterien nach etwa 1.000 Ladevorgängen ausgewechselt werden müssen. Rechnet man mit einer Reichweite von 100 km je Aufladung, hält ein Akku somit rund 100.000 km lang. Je nach Nutzungsintensität des Fahrzeugs bedeutet dies eine Haltbarkeit von ca. fünf bis zehn Jahren.

Inzwischen kommen die Elektrofahrzeuge aber schon viel weiter mit einer Akkuladung. Der neue Leaf schafft mit einer Akkuladung 300 bis 400 Kilometer. Damit könnte nach der obigen Aussage eine Gesamtlaufleistung von 300.000 bis 400.000 Kilometer mit einem Akku möglich sein. Das würde mir absolut ausreichen.

Bei standardmäßig 3 Jahren Garantie, die man bei Nissan auf 5 Jahre erweitern kann, müsste das völlig ausreichen.

Ladestationen und Kapazitäten des Stromnetzes

Das hört man in der letzten Zeit häufiger. Das Stromnetz ist nicht stark genug oder hat nicht die Kapazitäten um eine Vielzahl von Elektrofahrzeugen mit Energie zu versorgen. Na ja, das kann man sicher ändern. Stromtankstellen statt normalen. Intelligente Netznutzung, könnte die Kapazitäten des vorhandenen Netzes erhöhen. Dann darf die Waschmaschine nur noch waschen, wenn zu viel Strom im Netz ist. Geht im Internet ja auch schon. Sprache und Streaming werden bevorzugt durch das Netz geleitet und Emails oder Downloads teilen sich die übrige Bandbreite.

Elektrofahrzeuge kann man ja auch induktiv laden. Das geht im Parkhaus oder auch an der Ampel. Die nächste Stufe werden induktive Ladestreifen auf der Autobahn sein. Da dürfen dann die fahren, deren Akku am wenigsten Strom hat und wenn die Autos dann bald autonom fahren, regelt das die intelligente Infrastruktur. Dann kann man sich den Stopp an der Tankstelle sparen.

Meine Meinung dazu:

Ich gehe davon aus, das sich der Elektroantrieb durchsetzen wird. Nicht allein, weil Länder wie China diese Antriebsform massiv unterstützen, sonder auch weil es langfristig die bessere Antriebsform sein wird. Leiser, sicherer und mit weniger beweglichen Teilen. Die Probleme die wir heute noch in Bezug auf den Elektroantrieb haben, lassen sich alle kurz- bis mittelfristig lösen. Im Interview im Blickpunkt Ingolstadt habe ich das ausführlich erklärt.

Kommentar verfassen