iPhone Vorstellung der T-Mobile November 2007

iPhone Vorstellung der T-Mobile November 2007

Ich weiß, es ist ungerecht! Bei Apple Keynotes sind die Erwartungen immer sehr sehr hoch. Nach dem revolutionären ersten iPhone 2007 und dem iPad 2010 warten alle auf den nächsten revolutionären Technik-Zauber aus dem Hause Apple. Viele meinen das mit dem Tod des Gründers Steve Jobs auch die Technik-Revolution das Unternehmen in Cupertino verlassen hat.

Aber die Verkaufszahlen und Gewinne sagen etwas anderes. Apple hat es auch unter Tim Cook verstanden sich im Hochpreis-Segment zu halten. Trotz massiver Konkurrenz aus dem Google / Android Lager (auf Windows setzt ja fast niemand mehr) werden immer noch sehr viele und vor Allem teuere iPhones verkauft. Daran soll sich mit dem iPhone 6 und 6 Plus möglichst nichts ändern. Und wenn dann höchstens in für Apple höhere Verkaufszahlen. Für den Marktstart soll Apple 80 Millionen neue iPhones bei seinen Zulieferern geordert haben, mehr als bei allen Produkteinführungen bisher.

iPhone 6 und 6 Plus Pressefoto: Apple

iPhone 6 und 6 Plus Pressefoto: Apple

Die ersten Reaktionen auf die „aufgeblasenen iPhones“ sind auch schon im Netz. Auf der Seite Cult of Mac beschweren sich die Autoren über sieben Fakten die ihnen missfallen. Der Livestream war wirklich grottenschlecht und die Konversation mit Bono von U2 klang sogar für meine deutschen Ohren gestellt und unecht. Auch bei den fehlenden Eigenschaften Saphirglass und Spritzwasser-Tauglichkeit, bin ich bei den Autoren. Der Rest stört mich weniger! Ein User mit dem Namen Ron hat unten stehendes Bild ins Netz gestellt. Darin vergleicht er die reinen Technikdaten des neuen iPhone 6 mit denen des Nexus 4 von Google aus dem Jahre 2012. Sein Fazit: „Willkommen im Jahr 2012!“

Apple vs. Nexus

Apple vs. Nexus from Ron Amadeo

Aber so leicht ist das nicht. Ich bin nun schon lange in der Mobilfunk-Branche zu Hause. Genau vor sieben Jahren habe ich einen ähnlichen Vergleich aufgestellt, zwischen meinem Nokia N95 und dem ersten iPhone. Das ging sogar noch schlechter für das iPhone aus. Erst durch die Nutzung des ersten iPod Touch habe ich gemerkt, das es nicht nur auf reine technische Daten ankommt. Dabei fehlt der Vergleich der Rechenpower und da ist das iPhone 6 dem Nexus 4 sicher haushoch überlegen, auch bei der Batterie-Laufzeit habe ich leichte Bedenken, ob das so stimmt.

iPhone Vorstellung T-Mobile November 2007 Düsseldorf

iPhone Vorstellung T-Mobile November 2007 Düsseldorf

Was 2007 die neue Art der Bedienung war, ist heute die genauso unsichtbare Marktmacht und das Ökosystem von Apple hinter den Geräten. Sicher kann man auch mit dem Nexus 4 bezahlen, theoretisch. Denn es gibt noch keine oder sehr wenige Akzeptanzstellen. Das Problem muss auch Apple noch lösen, aber im Gegensatz zu allen anderen Herstellern bietet der Konzern aus Cupertino Hard- und Software aus einer Hand. Das erhöht neben dem Vertrauen der Anwender auch das Zutrauen der Anbieter in die Umsetzungskompetenz und um ein erfolgreiches Mobilepayment einzuführen braucht man nachweislich beides.

Genauso sieht es auch Sascha Pallenberg von Mobile Geeks:

Die haben in Kombination mit NFC mal eben gleich ein komplettes Mobile Payment Oekosystem vorgestellt und nun endlich das Huhn/Ei-Problem geloest. Apple Pay ist, zumindest fuer den iOS-User, nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution und das liegt vor allen Dingen an der immensen Marktmacht von Apple in den USA.

Ob das auch in Deutschland gehen kann, bezweifelt die Gast-Autorin Christina Hütten auf dem gleichen Blog. Aus Ihrer Sicht wird es in unserem Land sehr schwer, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten:

Es ist mehr als fragwürdig, ob Apple die nötigen Lizenzen, Zulassungen etc. in Deutschland zur Verfügung stehen. In den USA sind die Regelungen da etwas weicher.

Weiter unten in Ihrem Artikel bezweifelt sie, ob die Händler bereit sind in neue NFC-taugliche Hardware zu investieren:

Für die Händler ist Mobile Payment keine lohnende Investition. Der Nutzerkreis ist überschaubar, der Bezahlvorgang nur um einen winzigen Bruchteil schneller als bei einer Kartenzahlung. Es lohnt sich also schlicht nicht auf Mobile Payment zu setzen.

Ob sie sich da mal nicht gewaltig täuscht. Aus meiner Sicht lassen sich die Lizenzen und Zulassungen ganz sicher von Apple lösen. Auch werden die Händler sehr schnell investieren. Aus zwei ganz einfach nachvollziehbaren Gründen:

1. Apple wird die Art des Bezahlens so einfach und sicher machen, das es dem Kunden richtig Spass macht Geld auszugeben. Das werden vor Allem die Besser Verdienenden zu nutzen und zu schätzen wissen.

2. Apple hat die Marktmacht und die Verträge mit den dafür notwendigen Kreditkartenunternehmen. So wie ich den Konzern aus Cupertino einschätze geht der nicht mit einem unausgegorenen Mobile Payment Konzept an den Markt. Apple besitzt zudem Zugriff auf Millionen von Kreditkartendaten und damit auf das Vertrauen seiner Kunden.

Aber jetzt zum „Next big thing“! Der ansonsten spröde Apple CEO Tim Cook wurde für seine Verhältnisse schon fast emotional, als er die Applewatch ankündigte. Die regelmäßigen Leser meines Blogs wissen, das ich dem Smartphone am Arm höchstens eine Übergangsrolle zum Smartphone am Kopf oder besser vor den Augen gebe. Langfristig kann die Uhr nur ein Hilfsgerät sein und nur den krassen Übergang zu einer revolutionäreren Brille ebnen.

Die Applewatch ist aus meiner Sicht auch vom Bedienkonzept her wenig interessant. Warum soll ich mir einen ausgelagerten Bildschirm an den Arm binden? Wozu dann die immer größer werdenden Bildschirme an den „Phablets“? Das macht am Arm nur mit einem 3D-Projektor Sinn, aber den gibt es „noch“ nicht. Das zweite Problem bei einem „Computer“ am Arm ist die Energieversorgung. Um die Größe am Handgelenk noch „tragbar“ zu halten ist derzeit eine sinnvolle Laufzeit mit der gegebenen Akku-Technologie nicht möglich. Das Problem haben übrigens alle Smart-Watches, entweder zu groß und klobig, oder zu klein und zu kurze Akku-Laufzeiten.

Alles in Alllem war die Apple Keynote diesmal wirklich zum ersten Mal ohne Steve Jobs bemerkenswert. Was mich am meisten anspricht ist das große iPhone 6 plus. Das müsste noch in die Hemd- oder Hosentasche passen und hat einen großen und hochauflösenden Screen. Nachdem es inzwischen auch eine Photosphere App für iOS gibt und ich alle anderen Google-Dienste auch unter iOS nutzen kann, wird das iPhone 6 plus wohl das Nachfolge-Smartphone für mein Nexus 4 werden. Das passt dann auch viel besser zu meinem restlichen Technik-Zoo aus Cupertino.

In unserer Heutigen Bloggercamp.TV Sendung werden wir uns über die Neuheiten aus Cupertino unterhalten. Wir freuen uns auf Euch. Ihr könnt über die Fragen & Antworten Funktion auf der Google+ Eventseite oder mit dem Hashtag #bloggercamp.tv auf Twitter Fragen an uns stellen, oder Einwürfe in die Sendung geben.

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