Die Google Strategie

Google+ LogoWie im  letzten Artikel  von Hannes Schleeh berichtet, hat Google im Handstreich alle Google Places Einträge über Nacht in Google Plus Seiten umgewandelt. Google geht dort ohne Rücksicht auf die Kunden vor. Keine Ankündigung, keine Vorwarnung. Es wurden einfach vollendete Tatsachen geschaffen. Damit wurden ganze Branchen in Aufregung versetzt.

Aber was steckt hinter diesem Tun?

Mit Google Plus hat Google vor fast einem Jahr die Speerspitze seiner neuen integrierten Internetwelt geschaffen. Keine Experimente mehr, Google Labs wurde abgeschafft. keine Nebenkriegschauplätze. Nicht zum Konzept passende Dienste wurden eingestellt, oder in die Community gegeben. Basierend auf seinem Kerngeschäft, der Suche, baut der Internetgigant Stück für Stück seine Google Internet auf. Anders als Facebook, versucht Google das von den Unternehmen her hoch zu ziehen. Das ist klug, denn mit den 900 Millionen Facebook Nutzern kann Google Plus trotz allen sinnvollen und weniger sinnvollen Aktionen zum Useraufbau nicht mithalten.

Google plus

Mit der Umwandlung von Places in Local müssen die Unternehmen die User zu Google Plus bitten, denn nur mit einem Google plus Profil kann man Stand heute noch eine der so wichtigen Bewertungen für ortsgebundene Geschäfte abgeben. Da steckt Taktik und Strategie dahinter. Aber es verbessert sich auch etwas für die ungefragt umziehenden Geschäftsleute. Während man früher nur direkt in Google Maps das Profil eines lokalen Geschäftes bekam, erhält man es heute über die normale Suche und in google Plus durch Empfehlungen. Ganz wichtig ist die Integration in die mobilen Apps. Nachdem Facebook Gowalla geschluckt hat, ist mit Foursquare nur noch ein ernst zu nehmende „freie“ LBS-Plattform unterwegs. Google hat schon vor langer Zeit den Shift zum mobilen Netz erkannt und mit Android die Basis dafür geschaffen. Jetzt gilt es das Googleverse noch mobiler zu machen. Die neue Google Plus App ist der von Facebook um Jahre voraus. Die Bildlastigkeit ist sogar dem vor Kurzem in Facebook für 1 Milliarde $ geschlucktem Instagram voraus.

Google+ Mobil

 

Auch im so viel beschworenen Cloud-Business ist Google mit Riesenschritten unterwegs. Google Drive und Google Apps sind aus meiner Sicht günstiger und besser als Microsofts 365 Versuche. Die Integration längst vollzogen. In einem Hangout (Videochat mit bis zu 10 Personen) kann man eine in Google Drive erstellte Präsentation bequem vorführen und sieht noch wer sich wo aufhält. Damit macht Google kostenpflichtigen Onlineseminaranbietern Konkurrenz. Auch das Fernsehen wie wir es heute noch kennen ist dadurch gefährdet. Mit Youtube hat Google die Videoplattform. Wer etwas auf sich hält pflegt einen Youtube-Kanal. Mit Hangout on Air sind (leider nicht in Deutschland) komplett gestreamte Fernsehsendungen machbar und das kostenlos. Früher war Youtube in Google Plus integriert, als Button. Heute ist es umgekehrt und Sie können zu jedem Youtube Video einen Hangout starten um sich diesen gemeinsam anzusehen. Wie Hangouts in das Fernsehen integriert werden hat der Bayerische Rundfunk in seinem vierwöchigen Experiment Rundshow gezeigt, an dem sich Hannes Schleeh intensiv beteiligt hat. Damit die öffentlich rechtlichen Anstalten das nicht bei einem Experiment lassen, hat er eine Unterstützerseite zu diesem neuen Sendeformat erstellt. Unter support-rundshow.de kann man Interessantes zu diesem Format erfahren und die Macher der Sendung moralisch unterstützen.

 

Live per Hangout in der Sendung des BR Rundshow

Man sieht Google Plus ist das Dach auf dem Google Haus und die Suche bildet das altbewährte Fundament. Als Antenne oder Turm auf dem Dach könnte man das Projekt Glass sehen. Mit Google Glass, einer Augmented-Reality Brille will Google in der Zukunft ständig im Blickfeld der User sein. Mehr dazu auf dem Blog AR-Welt.de von Hannes Schleeh.

 

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