Fraunhofer COMEDD Brille Medientage München 2013

Google kann keine Hardware! #googleglass

Eine gewagte These?

Google kann keine Hardware! Wie komme ich zu dieser Feststellung? Nun Google ist als Suchmaschine bestens bekannt und auch die meisten anderen Dienste sind Software. Der Konzern besitzt zwar etliche Serverfarmen und hat mit Boston Dynamics und Nest auch Hardware Firmen im Portfolio, aber die sind wie dereinst Motorola alle zugekauft. Vom Ursprung her ist Suchmaschinen-Konzern Software getrieben.

Fake Google Glass aus dem 3D Drucker

Schleeh kann auch keine Hardware! Selbst die aus dem 3D-Drucker habe ich machen lassen Foto: re:publica Besucher

Motorola – a former Google Company

Motorola ist für mich das beste Beispiel dafür, das Google mit Hardware nicht gut kann. Nach gerade einmal zweieinhalb Jahre hat Google Motorola wieder an Lenovo verkauft. Unter dem Strich hat Google damit einen guten Schnitt gemacht, denn der Verkauf der Einzelteile und der Wert der bei Google verbliebenen Patente wiegt die Kaufsumme von 12,5 Milliarden US-Dollar locker auf.

Motorola a former Google company

Motorola a former Google company Foto: Hannes Schleeh

Was mich aber schon länger gewundert hat, ist das Google seine Nexus Geräte immer noch von LG bauen lässt. Spätestens beim Nexus 5 im letzten Jahr bin ich von einem Smartphone aus dem Hause Motorola ausgegangen. Aber nein, es kam wieder ein Gerät von LG auf den Markt. Während der Zeit unter Google wurde die Smartwatch Motorola360 entwickelt, auf der eine spezielle Form von Android namens Wear läuft. Wahrscheinlich wird diese Smartwatch jetzt als Lenovo / Motorola Uhr auf den Markt kommen.

Screenshot Mashable Foto Hannes Schleeh

Screenshot Mashable Foto Hannes Schleeh

Warum hat sich Google wieder von Motorola getrennt? Viele vermuteten damals schon das der Amerikanische Konzern mit Apple gleichziehen könnte. Apple bietet aber schon immer Hard- und Software zusammen an. Im Gegensatz zu Google ist Apple als Hardware-Firma in einer Garage des Silicon Valley gegründet worden. Sergey Brin und Larry Page haben die Suchmaschine, also Software, an der Stanford Universität entwickelt.

Sascha Pallenberg auf der CeBIT 2014 Samstag Blaue Blogger Tour 22

Sascha Pallenberg auf der CeBIT 2014 Samstag Blaue Blogger Tour Foto: Schleeh

Die Zweifel am Glass Launch mehren sich

Sogar die bisherigen Verfechter der Datenbrille, wie Robert Scoble, fangen inzwischen zu zweifeln an, ob Google jemals ein marktreifes Produkt in den Verkehr bringen wird. Da helfen auch keine kurzfristigen Aktionen mehr, wie der Verkauf an Jedermann am 15. April 2014. Noch weiß niemand wie viele Google Glasses für diesen einen Tag zur Verfügung stehen und wie groß der Ansturm sein wird. Denn immer noch soll die Brille 1.500 US Dollar plus Steuer kosten.

Hannes Schleeh mit echter Google Glass auf der Nase

Hannes Schleeh mit echter Google Glass auf der Nase

Das sieht noch nicht nach einem offiziellen Marktstart aus, der für dieses Jahr versprochen wurde. Wir erinnern uns, die erste Glass wurde von Google auf der IO im Juni 2012 vorgestellt. Das jährt sich in ein paar Wochen zum zweiten Mal. Aus meiner Sicht braucht niemand Apple ans Schienbein zu treten. Die dezenten Weiterentwicklungen der disruptiven Produkte die unter Steve Jobs in Form des Iphone und Ipad auf den Markt kamen, haben den Markt immer noch mehr beeinflusst, als alle bisherigen Google Hardware Editionen. Wer weiß was der Konzern aus Mountain View in seinen streng gehüteten Entwicklungslaboren heimlich zur Marktreife bringt. Von iWatch bis iGlass traue ich Apple alles zu. Patente zu beiden Geräten besitzt Apple auf jeden Fall genug.

Metaio Google Glass

Metaio Google Glass Foto: Metaio

Alternative Epson Moverio BT-300 besser und günstiger

Aber die Fans von echten Augmented Reality Brillen werden bald ihr gutes Geld los werden. Nicht für einen überteuerten Prototypen aus dem Hause Google, sondern für ein echtes marktreifes Gerät von einem erfahrenen Hardwarehersteller aus Japan. Epson bringt mit der Moverio BT-200 bereits die zweite echte Augmented Reality Brille auf den Markt. Schon Anfang Mai sollen die Geräte für 699 US-Dollar in großen Stückzahlen im Handel erhältlich sein. Nach den USA und Japan soll der Verkauf in Europa und damit auch bei uns in Deutschland im Juni oder Juli erfolgen.

Hannes Schleeh mit Epson Moverio BT-200

Hannes Schleeh mit Epson Moverio BT-200 Foto: Anett Gläsel-Maslov

Die Moverio BT-200, die ich schon auf der Nase hatte, ist im Vergleich zum Vorgänger um sechzig Prozent leichter und kleiner geworden. Die Brille wirkt mit zwei Durchsichtbildschirmen immer noch wie aus einem alten Science Ficton Film. Der Produkt Manager von Epson, Eric Mizufuka, sagte in einer Vorführung der Augmented Reality Brille:

“Die neue Moverio BT-200 ist ganze sechzig Prozent leichter und kleiner als das Vorgänger Modell. Stellen Sie sich vor, wie groß und schwer das nächste Modell sein wird.” weiter sagte Mizufuka: “Wir bei Epson sind es gewohnt Hardware in großen Mengen und bester Qualität herzustellen. Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich!”

Wie echte Augmented Reality geht, zeigen Epson und Metaio in diesem Video. Ein Mitsubishi Techniker bekommt über die Brille eine genaue Anleitung, wo er was zu machen hat.

Das war bis vor ein paar Jahren noch Zukunftsmusik und wurde in diesem 7 Jahre alten BMW-Clip lediglich simuliert.

Was hat die europäische Industrie zu bieten?

Ein deutsches Unternehmen das Smartphones oder ähnliches herstellt gibt es schon seit dem Ausscheiden von Siemens nicht mehr. Selbst der einstige europäische Branchen-Primus Nokia ist derart abgestürzt, das es sich Microsoft leisten konnte dieses Unternehmen zu kaufen. Da haben sich zwei Schlusslichter im Smartphone Markt zusammen getan. Aber mit Microsoft muss man immer rechnen. Wie ein Stehauf-Männchen haben sie den verpassten Anschluss meistens teilweise wieder aufgeholt. Im Bereich der smarten Technologie in Form von Brillen haben wir in Deutschland nur in der Forschung etwas zu bieten. Das Fraunhofer COMEDD hat sehr interessante Displays entwickelt. Damit werden noch ganz andere Datenbrillen möglich werden. Die eingesetzten OLED-Displays fungieren gleichzeitig als Kamera und können so feststellen wohin der Träger blickt. Mal sehen welches Unternehmen sich diese Technologie einverleibt.

Fraunhofer COMEDD Brille Medientage München 2013

Fraunhofer COMEDD Brille Medientage München 2013 Foto: Schedwill

Wie wird es weitergehen?

Ich kann dem Epson-Produktmanager nur zustimmen. Epson kann Hardware, Google kann Software und Apple kann Beides. Wie es weiter gehen wird, werden wir in der Zukunft erfahren. Wie seht Ihr das? Meint Ihr Google kann Hardware und bringt eine bezahlbare Version der Google Glass noch in diesem Jahr auf den Markt? Oder seid Ihr der Meinung das war nur ein Medien-Gag, wie Prime Air von Amazon? Schreibt mir Euere Meinung in die Kommentare.

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