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Display für den BlueBattery Mess-Shunt mit MQTT

Bluebattery das kleinste und beste Strommessgerät im Camper

UPDATE 26.05.2024

Kai Scheffer hat mittlerweile eine sehr gute und einfache Lösung für sein BB-Display vorgestellt. Mit der neuen Version der BB-Display Firmware ist es nun sehr einfach die Daten von Batterie, Solarzellen und Booster aus der Ferne auszulesen. Wie das geht könnt Ihr direkt auf dem BlueBattery Blog nachlesen.

Den BlueBattery von Kai Scheffer aus der Schweiz habe ich schon sehr lange in meinem smarten Wohnmobil verbaut. Der misst sehr zuverlässig die Daten rund um alles was mit Strom zu tun hat. Bei einem hohen Verbrauch wie in meinem smarten Wohnmobil ein nicht weg zu denkendes Gerät. Seit 2020 werkelt das sehr kleine Gerät nun in meinen wechselnden Stromsetups ohne Probleme. Mittlerweile hängt ein Victron MPPT-Solarladeregler und ein Votronic Ladebooster VC 12-12 50 dran und alle übertragen brav ihre Daten an die App.

Mein Bluebattery D2 im smarten Wohnmobil Bild (c) https://www.blue-battery.com/

Hintergrund und Vorteile der BlueBattery Geräte

Kai Scheffer, der Erfinder und Hersteller des BlueBattery hat mit mir letzte Woche länger telefoniert und mir weitere Einblicke in die Systematik der Strom-Messung im Wohnmobil gegeben. Er hat den BlueBattery ursprünglich für sich und andere Kastenwagenfahrer entwickelt und gebaut. Als Freisteher wollte er einfach wissen, wie es mit der wichtigen Resource Strom in seinem Camper steht. Seit dem ist viel passiert.

Seit kurzem bietet er neben den 100 und 200 Ampere BlueBattery Geräten eines mit einer maximalen Strombelastung von 400 Ampere an. Die braucht man nur wenn man einen großen Wechselrichter in seinem fahrenden Haus eingebaut hat. Bei mir ist der D2 mit 200 Ampere schon überdimensioniert, da ich nur 12 Volt im Auto habe.

Der neueste und größte BlueBattery BBX400 Bild (c) https://www.blue-battery.com/

Der Vorteil der BlueBattery Geräte liegt im geringen Eigenstromverbrauch, in der geringen Größe und Gewicht. Dazu kommt eine sehr hohe Messgenauigkeit und die Möglichkeit den Strom sowohl in der Masseleitung als auch in der Plus-Leitung messen zu können. Alles Vorteile, die mich damals zum Kauf bewogen haben.

Dazu kommt noch, das man sowohl die Daten von Solarladereglern als auch von Ladeboostern direkt über den BlueBattery und dessen App auslesen kann.

Meine Reise mit BlueBattery und Home Assistant

Auch eine Integration in Home Assistant ist schon längere Zeit möglich. Die erste Variante kam über den externen Programmierer der Android App, Andreas Nagel. Der hat für sich selbst eine Möglichkeit eingebaut, die Daten des Bluebattery an seinen Home Assistant zu Hause zu übertragen. Wie das geht, Android App only, habe ich hier erklärt. Aber das Bessere ist des Guten Feind und daher wollte ich mehr auslesen und in Home Assistant integrieren. Aber die letze Lösung war sehr aufwändig und hat mich weit über die Grenzen meiner eigenen Fähigkeiten getrieben, ohne Hilfe des Python Spezialisten hätte ich die große Lösung nie hin bekommen. Das macht es natürlich, trotz genauester Anleitung hier auf meinem Blog für Euch nicht einfacher, es nachzubauen. Da wird mal eine Firmware geändert oder ein Home Assistant Update schafft neue Bedingungen und schon steht man beim Nachbau im Wald. Einfacher ist immer besser!

Extra Raspberry PI für BlueBattery und Home Assistant im smarten Wohnmobil

Einfachere Integration der BlueBattery-Daten mit dem neuen Display

Kai Scheffer hat seinen BlueBattery ursprünglich extra so einfach und ohne Display gebaut. Kostet alles Strom und Zeit beim Einbau. Das Smartphone und der kleine BlueBattery reicht um die wichtigsten Daten auslesen zu können. Aber es gibt halt auch Kunden wie mich und andere Spielkinder, die mehr machen wollen.

Das BB-Display bei der ersten Einrichtung per USB am Computer

Genial einfach das Display braucht nur Strom

Mit dem Display löst Kai nun zwei Kundenwünsche. Die Camper, die zusätzlich ein physisches Display für die Stromwerte im Camper haben wollen, brauchen zum Anschluss des BlueBattery-Display nur 12 Volt oder 24 Volt und einen passenden Platz zum einbauen. Das Display kommuniziert wie das Smartphone über Bluetooth mit dem BlueBattery und zeigt die Daten dann brav an. Reicht für die meisten Kunden schon aus.

Aber das Display kann noch mehr, es hat einen ESP32 verbaut und der hat auch WLAN und einen Prozessor, quasi ein kleiner PC. Der kann sich per WLAN mit dem Internet Eures Campers verbinden und schon haben Eure BlueBattery Daten freien Zugang zum Internet. Zusätzlich hat Kai die Möglichkeit eingebaut die BlueBattery Werte per MQTT, einem sehr verlässlichen und einfachen Industrie-Standard zu übertragen. Genau so, wie es mein zusätzlicher Raspberry Pi mit der großen Lösung von Dr. Daniel Fett macht.

Unterschiede zwischen dem BB-Display und der großen Lösung

Vorweg, das Display überträgt derzeit in der Beta „nur“ 5 Werte, das sind aber die wichtigsten. Drei Werte vom Booster werden laut Kai bald dazu kommen. Mit der „großen“ Lösung habe ich 28 Werte aus dem BlueBattery. Aber das Display braucht sehr wenig Strom, wesentlich weniger als ein zusätzlicher Raspberry Pi und Ihr könnt die Daten ohne Smartphone und Home Assistant direkt am Display ablesen. Ein aus meiner Sicht weiterer großer Vorteil des Displays im Vergleich mit der Raspberry Pi Lösung ist, das man zusätzlich zum Display die Daten des BlueBattery auch mit dem Smartphone überwachen kann. Das hat bei vielen meiner Blogleser Probleme verursacht, wenn das Smartphone die Bluetooth-Leitung belegt hat und der Raspberry Pi deshalb keine Daten per MQTT an Home Assistant geliefert hat. Das war dann auch der Hauptgrund, neben Strom-Einsparungen, für den Kauf und Einbau des BB-Displays.

Einbau des BB-Displays im Wohnmobil

Ihr braucht zum Einbau einen passenden Platz für das Display, einen 12 Volt Strom-Anschluss, einen Bohrer wenn Ihr das Zusatzgehäuse von Kai verwendet oder eine Tauchsäge zum passenden Ausschneiden des Holzes zum Einbau.

Ausschnitt des hinteren Rahmen zum Einbau des BB-Displays

Einrichten des BB-Displays

Um das BB-Display einzurichten, könnt Ihr es erst einmal direkt per USB oder 12 Volt im Camper mit Strom versorgen. Dann sucht das BB-Display nach Euerem BlueBattery. Den könnt Ihr durch Drücken beider Pfeiltasten auswählen, oder er wird wie bei mir gleich automatisch ausgewählt. Dann müsst Ihr Euch einmalig in das WLAN des BB-Displays einloggen. Das geht per QR-Code oder indem Ihr das WLAN des BB-Displays auswählt und den am BB-Display angezeigten Pass-Code eingebt. Wenn Ihr dann im WLAN des BB-Displays eingeloggt seid, dann könnt Ihr unter der IP : http://192.168.5.1 Euer WLAN dort eingeben. Danach ist das Display in Euerem WLAN erreichbar. Am besten im Router nachsehen, welche IP das Display hat und diese im Router fest dem BB-Display zuordnen. Dann könnt Ihr später über diese IP immer ganz einfach auf das BB-Display zugreifen.

Beim Einbau sollte das Display plan aufliegen
Aussparung für den kleinen Chip aus dem oberen Bild

Die genaue Anleitung für das BB-Display findet Ihr immer in der aktuellen Version auf der Seite von Kai Scheffer unter https://www.blue-battery.com/product-page/bb-display Dort aktualisiert Kai auch die Firmware Version, die sich zum Stand der Veröffentlichung dieses Blogposts in der Beta Version 14 befunden hat.

BB-Display in der Steuerzentrale des Eura Mobil PT695EB

Einbindung in Home Assistant

Wer wissen will, wie man MQTT in Home Assistant anlegt und einrichtet, der kann das hier nachlesen. Die Datei MQTT.yaml ist wesentlich kürzer und Ihr müsst wie in der großen Lösung Euern BlueBattery ändern und genau den Präfix bei den Werten wählen, wie Ihr in der Konfiguration des BB-Displays angegeben habt. Bei mir ist das „BB“.

Hier der Einfachheit halber meine mqtt.yaml:

sensor:
    - name: SOC
      state_topic: "BB/BB_EUERBB/battery_SOC_%"
      unit_of_measurement: "%"
      unique_id: "state_of_charge_percent"
    - name: aktueller Ladestrom
      state_topic: "BB/BB_EUERBB/battery_current_A"
      unit_of_measurement: "A"
      unique_id: "battery_current_A"
    - name: aktueller Solarladestrom
      state_topic: "BB/BB_EUERBB/solar_current_A"
      unit_of_measurement: "A"
      unique_id: "solar_charge_current_A"
    - name: Spannung Bulltron
      state_topic: "BB/BB_EUERBB/battery_voltage_V"
      unit_of_measurement: "V"
      unique_id: "battery_voltage_V"
    - name: Solarladung
      state_topic: "BB/BB_EUERBB/solar_charge_Ah"
      unit_of_measurement: "Ah"
      unique_id: "solar_charge_Ah"
    - name: Watt Solar
      state_topic: "BB/BB_EUERBB/solar_power_W"
      unit_of_measurement: "W"
      unique_id: "solar_power_W"
    - name: Luftfeuchte BB
      state_topic: "BB/BB-D_BB_EUERBB/info/ambient_humidity_%"
      unit_of_measurement: "%"
      unique_id: "ambient_humidity_%"
    - name: Temperatur BB
      state_topic: "BB/BB-D_BB_EUERBB/info/ambient_temp_C"
      unit_of_measurement: "°C"
      unique_id: "ambient_temp_C"
    - name: Taupunkt BB
      state_topic: "BB/BB-D_BB_EUERBB/info/ambient_dewpoint_C"
      unit_of_measurement: "°C"
      unique_id: "ambient_dewpoint_C"

Zur Überprüfung empfehle ich das Programm MQTT-Explorer. Da sieht meine Konfiguration dann so aus:

Übersicht der MQTT Topics aus dem BB-Display

Mit der iOS App „IoT MQTT Panel“ geht das auch direkt am iPhone. Wie, das könnt Ihr im BlueBattery Forum nachlesen.

Fazit

Das einfachere ist des komplizierten Feind. Das BB-Display erleichtert das Auslesen der Daten in Home Assistant massiv im Gegensatz zu meiner „großen Lösung“.

Einen weiteren Artikel zum BB-Display und der Verwendung in Home Assistant findet ihr auch bei Sascha im Blog.

Ich wünsche Euch viel Spass beim Nachbauen und schreibt mir in die Kommentare wie Ihr das BB-Display findet.

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